WPK_Rundschau_124_2026 - Magazin - Seite 5
Gemeinsam lachen,
gemeinsam alt werden
Wenn man alt ist, liebe Leute,
so wie wir jetzt hier und heute,
ist das eine tolle Sache,
da gibt es oft ganz viel zu lachen.
Die Haare silbrig und gewellt, ganz fein –
das ist der Seniorenheiligenschein.
Die Wellen zu machen ist wirklich zum Lachen,
denn hinter dem Kopf zu richten und zu rollen
ist Pein und Verrenkung,
weil die Arme nicht wollen.
Die Zähne klappern nur manchmal ganz leise –
jeder kaut eben auf seine Weise –
oder gar nicht –
denn Aldi-Pudding ist gut für den Bauch
und für den Geldbeutel sicher auch.
Die alten Ohren sind sehr praktisch,
gewitzte Senioren gebrauchen sie taktisch.
Man kann ja sagen: „Ich hör heut nicht gut“,
dann hat man lange absolut seine Ruh,
erfährt aber manches, was man nicht wissen soll,
das kann mal blöd sein, oft ist es toll.
Unsere lieben „Fensterlein“ – die Augen
wollen nicht mehr richtig taugen.
Lupe, Brille, Linsen, Tropfen,
sollen schwarze Löcher stopfen.
Zum Lesen nicht mehr allzu fähig,
werden wir dann sehr gesprächig.
Erzählkreise und Stammtischrunden
sind ersehnte, willkommene Stunden.
Der Rücken trägt nicht mehr so richtig,
jetzt wird das Wägelchen ganz wichtig.
Frau schiebt es langsam vor sich her
und spürt den Rücken fast nicht mehr.
Der hängt jetzt tief und oft sehr krumm
auf dem Wagen – zum Ansehen dumm.
Doch wer da will, der lache nur,
wir machen ja keinen Schönheitsparkur.
Über die Füße woll’n wir nichts sagen,
sie mussten uns lange durchs Leben tragen.
Jetzt sind sie krumm bis zum kleinen Zeh
und tun uns oft so richtig weh.
Da ist das Altsein nicht mehr zum Lachen,
doch können wir nichts dagegen machen.
Wir leben weiter mit Würde und Mut,
bis der Herrgott sagt: Jetzt ist es gut.
Ingeborg Holtman
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