WPK Rundschau 126 2026 - Magazin - Seite 32
WOHNPARK KRANICHSTEIN
„Birding“ im Wohnpark
S
eit ein paar Wochen wohnt Frau Müller nicht
mehr alleine in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung.
Allerdings bevorzugen ihre Mitbewohner eher den
Balkon als das gemütliche Wohnzimmer. Frau Müller
bemerkte zunächst die vielen Halme auf dem Boden
und herabgefallene Blumenerde, bis ihr eines Tages
die Besucher auf昀椀elen. Genauer gesagt sind diese
in ihren Blumenkasten eingezogen. Es handelte sich
um ein Amselpaar, das unter dem Schutz eines
kleinen Nadelbäumchens und roter Geranien ein
richtig schönes Nest in den Blumenkasten baute.
knackten die Schalen und vier kleine nackte
Vögelchen waren geschlüpft, das fünfte brauchte
noch einmal einen Tag länger, bis es schlüpfte.
Jetzt ging aber die stressige Zeit für die Eltern
los – wer kennt es nicht? Sind die Kleinen auf der
Welt, sperren sie die Schnäbelchen auf und wollen
was zu essen. Abwechselnd wurden die Jungen
gewärmt und gefüttert. Unermüdlich 昀氀ogen die
Amsel-Eltern das Nest an und wieder davon, immer
auf der Suche nach neuer Nahrung.
Mit Frau Amsel p昀氀egte Frau Müller eine friedliche
Koexistenz auf dem Balkon, und erzählte: „Es gab
sogar hin und wieder Blickkontakt.“
Zwischenzeitlich hatte sich Frau Müller auf ihrem
Balkon ein strategisch günstiges Plätzchen hergerichtet, von dem aus sie gut den Nestbau beobachten konnte. Nach einigen Tagen konnte Frau Müller
auch vier kleine Eier im Nest entdecken, am Tag
darauf kam noch ein Nachzügler-Ei dazu.
Nun wechselten sich die Amsel-Eltern immer wieder
ab mit der Aufgabe des Brütens oder der Nahrungsbeschaffung für sich selbst. Nach etwa einer Woche
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Nur Herr Amsel fühlte sich offenbar durch die
Anwesenheit eines Menschen etwas gestört und
meinte, dies mit aufgeregtem Gezwitscher und
„Um-den-Kopf-Kreisen“ zeigen zu müssen.
„Ich hab dann irgendwann zu ihm gesagt, dass ich
hier zuerst gewohnt habe und auf meinem Balkon
die Che昀椀n bin und dass ich ihm und seiner Familie
nichts tue – dann war es gut“, meint Frau Müller
lachend.