WPK_Rundschau_124_2026 - Magazin - Seite 23
Einige Titel gibt es auch in Großschrift, davon dürfte
es nach Ansicht des Teams aber gerne mehr geben.
Leider sind Großdruckausgaben deutlich teurer und
werden von den Verlagen nur in begrenzter Auswahl angeboten. Gerade für viele Seniorinnen und
Senioren erleichtern sie jedoch das Lesen erheblich. Deshalb freut sich das Team besonders über
Geldspenden, mit denen weitere Großschriftbücher
angeschafft werden können. Auch gut erhaltene
Bücherspenden sind willkommen – allerdings nur
in kleinerem Umfang, da der Platz in der Bibliothek
begrenzt ist. Wer Bücher spenden möchte, kann sich
daher gerne vorher erkundigen.
Die Freude am Lesen kennt viele Lieblingsorte. Frau
Holtmann genießt ihre Bücher am liebsten in Ruhe
auf dem eigenen Balkon. „Sonst wird man ja überall
angesprochen und in Gespräche verwickelt“, sagt sie
lachend. Frau Franz erinnert sich an einen Sommernachmittag in der Parkanlage des Wohnparks: „Ich
habe auf einer Sonnenliege gelesen. Das Buch war
so spannend, dass ich völlig die Zeit vergessen habe.
Als ich um acht Uhr aufblickte, war alles wie ausgestorben. Da habe ich erst gemerkt, wie spät es schon
war.“
Für Frau Holtmann hat die Bibliothek noch eine
weitere Bedeutung: „Es spricht auch für die Kultur
einer Seniorenwohnanlage, dass es eine Bibliothek gibt.“ Gleichzeitig sei die Mitarbeit eine schöne
Aufgabe geworden. „Man kommt zusammen, unterhält sich und tauscht sich aus.“ Frau Blumenschein
ergänzt: „Es ist schön, dass wir ein gemeinsames
Interesse teilen.“
Die Bibliothek hat eine treue Leserschaft, doch neue
Besucherinnen und Besucher sind jederzeit herzlich willkommen. Wer Lust auf ein gutes Buch, eine
persönliche Empfehlung oder einfach ein nettes Gespräch hat, kann gerne vorbeischauen. Berührungs-
ängste braucht niemand zu haben. Das BibliotheksTeam freut sich über immer – und auch über alle, die
mithelfen möchten. Denn eine Bibliothek lebt nicht
nur von ihren Büchern, sondern vor allem von den
Menschen, die sie mit Leben füllen.
Anke Helène
Gut zu wissen
Öffnungszeiten: Dienstag und Freitag, 17–18 Uhr
Ort: 1. Etage, rechts neben dem Veranstaltungssaal
Tipp: Im Lesezimmer im Erdgeschoss stehen
weitere Bücher bereit, die jederzeit ausgeliehen
und nach dem Lesen einfach wieder zurückgestellt
werden können.
„Ein Buch ist ein Fluch“,
sagen die weisen Alten.
Sie wollten die Menschen unwissend halten,
nur glauben, was sie ihnen raten.
„Lesen ist Sucht“,
sagt der strenge Vater.
Er bleibt der einzige Lebensberater
und verlangt von den Kindern 昀氀eißige Taten.
„Lesen ist Flucht“,
sagt die liebende Mutter.
Sie braucht selbst dieses Lebensfutter
und weiß, auch die Kinder müssen es haben.
„Lesen ist Aus昀氀ucht“,
sagen die Kinder.
Nicht nur Arbeit und Fleiß auf Vaters Geheiß,
sondern Lebensnahrung nach Mutters Erfahrung.
Für uns ist Lesen Freude
und niemals Zeit, die wir vergeuden.
Lesen macht unser Leben größer und weiter
und sicher auch etwas gescheiter.
Wer ein Buch liest, erlebt die ganze Welt.
Ingeborg Holtmann
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